Wie findet man Fellows für Schulen in sozialen Brennpunkten?

Teach First Deutschland, Kampagne 2012/13

Für die Bildungsinitiative Teach First Deutschland entwickelte ich gemeinsam mit MitarbeiterInnen aus dem Recruiting-Team der Organisation eine Kommunikationskampagne, um Fellows für eine zweijährige Tätigkeit an Schulen in sozialen Brennpunkten im gesamten Bundesgebiet zu gewinnen. Die Fellows sind

herausragende HochschulabsolventInnen aller Studienrichtungen. Menschen mit starker Persönlichkeit, Mut zu neuen Ideen, hoher Lernbereitschaft und Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Menschen mit dem festen Willen, andere und sich selbst weiter zu entwickeln. Menschen, die bereit sind, vom ersten Tag an Führungsverantwortung zu übernehmen. Menschen, die sich engagieren und neugierig auf Neues sind.

Für die Kampagne erarbeiteten wir aus einer ausführlichen Evaluation der vergangenen Recruiting-Kampagne ein Kommunikationskonzept, erstellten einen Kommunikationsplan und setzen die Kampagne vollständig um. Mein Aufgabenfeld umfasste die Evaluation, Konzeption, Planung und Umsetzung der Kampagne.

Für die Organisation arbeite ich seit 2012 im Bereich Kommunikation. Zu meinem Tätgkeitsbereich zählt die Konzeption und Umsetzung von Materialien für alle Organisationsbereiche (Fundraising, Recruiting, Öffentlicher Sektor, Training usw.) sowie die Kommunikation über online/Social-Media-Kanäle.

Wie kommt eine Straßenaktion ins Netz?

Für das Bündnis Gemeinsam für Afrika entwickelte ich zusammen mit Sebastian Backhaus eine Social-Media Strategie und -Umsetzung,  mit der auf eine Aktion und Petition zum Weltafrika-Tag aufmerksam gemacht wird. Durch die Verzahnung der Facebook, Flickr– und Webseite sowie die Einbeziehung der Partnerorganisationen und prominenten UnterstützerInnen, konnten viele UnterzeichnerInnen für die Kampagne gewonnen werden.

Was ist ein Ding-Abend?

In das Ladenlokal Glas+Bild wird zu einem Thema, das uns alle unmittelbar betrifft, eine Person zu einem Interview eingeladen, die Antworten zu ihrem Feld und eingeladenen Gästen wertvolle Anregungen mitmitgibt. Es entsteht ein offenes Gespräch unter Experten und Interessierten aus allen Altergruppen und verschiedenen beruflichen Kontexten. Der Abend ist mit allen Sinnen erfahrbar. Neben thematischen Soundtracks wurden bisher Filme gezeigt, Bücher vorgstellt, Honig probiert und Samenbomben gesetzt. Zu den Abenden kamen bis zu 60 Gäste.

Für die Themen-Abende gestaltete ich jeweils ein Bildmotiv, das über online- und offline-Kanäle (Flyer, Plakat) kommuniziert wurde. Das Gestaltungsprinzip lässt sich auf zukünftige Veranstaltungen übertragen.

Bisherige Themen-Abende: Honig (November 2010), Garten (April 2011), Müll (September 2011)

Wie und wo will ich arbeiten?

(Foto: Büro in der Stresemannstr., 2010-2103)

Im Frühjahr 2010 habe ich gemeinsam mit Nikola Richter und Julia Vohrer ein gemeinsames Büro gestartet. Die Räume der ehemaligen Glaserei Glas+Bild in der Stresemannstraße in Berlin-Kreuzberg waren der Start für ein gemeinsames Vorhaben: Wir bieten Platz für das eigene Arbeiten und für Gäste. In den Räumen finden Ausstellungen und Arbeitstreffen statt. Es wird gekocht und Musik in den Arbeitspausen gemacht (wir haben ein E-Piano). Im Zeitalter von Flexibilität, Eigenverantwortlichkeit und neuen Rollenmodellen in Familien, wird hier das Arbeiten neu verhandelt und gelebt.

Im September 2013 sind wir in einen Laden in die Reichenberger Straße umgezogen und betreiben dort unter gleichem Namen das Büro und den Veranstaltungsort.

glasundbild.com

Wie findet man Ideen und Konzepte einer (Über)Lebenskunst?


Abbildung: Entwürfe für den „Call for Future“

Das Initiativprojekt „Über Lebenskunst“ der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt unterstützte ich die Kuratorin Paula Hildebrandt bei der Umsetzung des “Call For Future”, der weltweiten Ausschreibung für wegweisende Ideen, die Kultur und Nachhaltigkeit verbinden. Der Call For Future wurde in zehn Sprachen verbreitet und richtete sich an alle, die in und für Berlin scheinbar unmögliche Ideen denken und verwirklichen – ob Individuen, Wohngemeinschaften, Bürgerinitiativen, Vereine oder Familien.

Wie sind wir vorgegangen? Wir haben Inititativen oder Einzelpersonen aus Berlin indentifiziert, die als Multipliatoren agieren, Neues schaffen und zukunftsweisende Projekte bereits umsetzen. Sie sind im Netz aktiv, schreiben auf Blogs oder treffen sich in Stadtgärten.

Neben der Herausforderung, eben diese Akteure zu identifizieren, entwickelten wir die Idee einer ressourcenschonenden Einladung, die sowohl online als auch offline in mehreren Sprachen funktioniert und die Empfänger dazu anregt, etwas Eigenes aus dieser Einladung zu machen. Für die Auftaktveranstaltung Anfang September erstellte ich im Auftrag der Initiatoren aus den ca. 850 eingegangenen Bewerbungen eine Präsentation sowie Dokumentation für die TeilnehmerInnen der Veranstaltung.

Abbildung: Dokumentation der eingereichten Beiträge  (Foto: HKW)

Wie kommt der Park auf den Parkplatz?

6 Parkplätze, Rollrasen, 3 Stunden urbane Interventionen: Am 18. September 2009 riefen wir, das ist die Gruppe repair berlin, zum Park(ing) Day-Battle auf. Für einen Nachmittag entstanden auf Parkplätzen entlang der Berliner Friedrichstraße  u.a. spontane Parks, eine Cocktailbar („drink statt drive“), eine Tanzinsel, eine Sonnenbank. In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung luden wir überraschte Passanten ein, uns ihre Vorschläge zur Stadtverschönerung preiszugeben und für die beste Parkplatzidee zu voten.

Unter dem Motto „Stadt zum Selbermachen“ fragten wir, welche Ideen, Wünsche, Vorschläge die Fußgänger von einer glücklichen Stadt haben. Die Ideen wurden auf unserer Webseite dokumentiert und über Social Media Kanäle weiterverbeitet und diskutiert. Innerhalb kürzester Zeit berichteten TV- und Print-Medien über die Aktion. Schließlich schickten wir unsere gesammelten Statements an den Bürgermeister von Berlin und zeigten sie im U-Bahn-Fernsehen, dem „Berliner Fenster„.

Hintergrund

Der PARK(ing) Day wurde 2005 von dem Künstlerkollektiv REBAR aus San Francisco erfunden. In kürzester Zeit fand diese Aktionsform Nachahmer auf der ganzen Welt.
 
Der Park(ing) Day ist Kunst im öffentlichen Raum als freundliche und praktische Kritik an einer Stadtplanung, welche sich ausschließlich an kommerzieller Verwertbarkeit und einem vermeintlich bürgerorientierten („be berlin!“) Stadtmarketing orientiert und dabei die Belange der Bewohner vernachlässigt.
 
Eine nachhaltige Stadtpolitik hingegen setzt auf die soziale Kreativität ihrer Bewohner, alternative Verkehrskonzepte und öffentliche, für alle zugängliche Orte in der Stadt. Orte der Begegnung mit fremden Menschen, der Irritation und des zwanglosen Gesprächs, welches neue Persepktiven für weitere Aktivitäten und Stadtnutzungen eröffnet. Das Glück liegt auf der Straße! (Quelle: www.repairberlin.jimdo.com/aktionen/park-ing-day-about

Die Aktion wurde bisher auf dem Camp Palomar5 vorgstellt und im Rahmen der Festivals atoms&bits und theatertreffen 2010 in Workshops weiterentwickt.

Zu meinem Aufgabenfeld gehörte die Vorbereitung und Durchführung der Aktion, die Konzeption der Kommunikationsstrategie,  die Entwicklung des Logos sowie die Durchführung der Workshops und Präsentationen.

Abbildung: atoms&bits-Workshop

Wie bekommt man junge Menschen dazu, zur Wahl zur gehen?

Viele Junge Menschen sind nicht gerade politikbegeistert. Und eine Europawahl ist erst Recht nicht von großem Interesse, wie die Zahlen zur Wahlbeteiligung in der Gruppe der 18-22-jährigen zeigen. Wie man aber dennoch diese Zielgruppe erreichen kann, mit Beteiligten ins Gespräch kommt, sie zu Diskussionen anregt, das versuchte ich gemeinsam mit der „Euro Wahl Gang 09„, in Kooperation mit der Politikfabrik e.V.

Für die parteiunabhängige Kampagne zur Mobilisierung von Erst- und Jungwählern zur Europawahl am 9. Juni 2009 entwickelte ich vier Monate lang in einem jungen Projektteam das Visuelle Konzept und gestaltete alle Maßnahmen der Kampagne. Zu meinem Arbeitsfeld gehörte auch die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie zur Verzahnung der online- und offline-Kanäle.

Die Herausforderung bestand für mich darin, ein Design zu entwickeln, das sowohl im Netz als auch auf gedruckten Materialien gut und einfach anwendbar funktioniert. Es sollte zudem den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Templates wie z.B. die Plakate, selber mit Inhalten zu füllen. Mit Anwendungen wie Flickr, Youtube, Twitter oder das Weblog nutzen wir online-Tools, mit denen eine schnelle Verbreitung von und der Zugang zu Inhalten ermöglicht wird.

Warum tragen GrafikdesignerInnen Verantwortung?

 

Der Designer Stefan Sagmeister hat es in seinem Vortrag „Was ist gut?“ einmal sehr treffend formuliert:

Ich habe mich gefragt, ob es in unserem Beruf irgendeine Verpflichtung gibt, Gutes zu tun oder sich für einen guten Zweck einzusetzen, ob das zur Definition des Designers gehört? Und ich bin darauf gekommen, dass es nicht so ist. Designer können machen was sie wollen. Eine Verpflichtung zum Guten Tuen gibt es eigentlich überhaupt nicht. Es könte aber natürlich sein, dass es so eine Verpflichtung gibt für uns selber. Für uns als Menschen.

Zum Abschluss meines Studiums stellte ich mir eine ähnliche Frage. Nachdem ich ein halbes Jahr für den Bruttosozialpreis gearbeitet hatte, einer studentischen Initiative für Soziales Marketing, wurde mir etwas klar: Ich kann als Designerin sehrwohl das Gute mit dem Schönen verbinden und meine Kompetenz für sinnvolle Projekte auch sinnvoll einbringen. Inhalt und Form kommen zusammen. Beides ist entscheidend wichtig.

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(für ipad- und iphone-Nutzer: hier der Link zum PDF auf issuu)

Für den studentischen Wettbewerb arbeitete ich ehrenamtlich im Organisationsteam, entwickelte das Keyvisual des Wettbewerbs und koordinierte die Gestaltung und Produktion der Kommunikationsmaterialien . Das Projekt wurde schließlich Teil meiner Diplomarbeit und ich schrieb dazu den Text „Grafik-Design und gesellschaftliche Verantwortung  – ein Überblick„:

Viele Designer werden sich im Laufe ihres Studiums – und sicherlich auch danach – immer wieder die Frage stellen, weshalb das, was sie tun, wichtig ist, warum sie es tun und worin der eigentliche Sinn ihrer Arbeit besteht. Dabei macht es zunächst keinen Unterschied, ob es sich um die Aufgabe der Produkt,- Textil,- oder Kommunikationsdesigner usw. handelt. Tragen Gestalter eine gesellschaftliche Verantwortung? (…) (gesamter Text als pdf)

Seitdem arbeite ich hauptberuflich in diesem Feld.